Gedenkprogramm 27. Januar – Aktion 1005. Spurenbeseitigung von NS-Massencerbrechen 1942-1945

Di, 15. Februar 2022
19.00 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung, Birkenstraße 20/21, 28195 Bremen

Buchcover von Andrej Angrick: Aktion 1005. Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen 1942-1945

Hinter der Tarnbezeichnung «Aktion 1005» verbirgt sich eine der ungeheuerlichsten und geheimsten Aktionen des Nazi-Regimes:  Im Jahr 1942 gab die oberste Führung an das «Reichssicherheitshauptamt» die Order aus, sämtliche Massengräber im deutsch besetzten Europa unkenntlich zu machen. Der Auftrag lautete, die Mordstätten zu finden, die Leichen auszugraben, zu verbrennen und das Gelände zu tarnen. Die eigentliche Arbeit wurde Juden aus den Ghettos, Kriegsgefangenen und Gefängnisinsassen aufgezwungen. Ebenso wurde versucht, alle verfänglichen Schriftunterlagen und sonstigen Informationen zu vernichten, die den Völkermord an den europäischen Juden, die Ermordung der sowjetischen Kriegsgefangenen, die Vernichtung der Roma und die Hinrichtungen polnischer Nationalisten dokumentiert hätten. Es sollte keine Zeugen und keine Zeugnisse des Massenmords geben. In jahrelanger Forschung hat Andrej Angrick den Umfang dieser Vertuschungsaktion, die so genannte «Enterdung», rekonstruiert und die Täter benannt. Dabei kommen auch die wenigen Überlebenden zu Wort, die zu dieser schrecklichen Arbeit gezwungen worden waren. Exemplarisch werden die Ereignisse in Babij Jar, Kiew, geschildert.
Buchvorstellung und Vortrag von Andrej Angrick.

Vor 77 Jahren befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. Seit 1996 ist der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, offizieller Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer des National- sozialismus. Seit vielen Jahren koordinieren die Landeszentrale für politische Bildung und der Verein Erinnern für die Zukunft e.V. in Bremen ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, das zeitlich weit über den 27. Januar hinausgeht. Der Schwerpunkt der diesjährigen zentralen Gedenkveranstaltung sowie mehrerer weiterer Vorträge soll in diesem Jahr den Menschen gewidmet werden, die während der nationalsozialistischen Diktatur als sogenannte «Asoziale» und «Berufsverbrecher» verfolgt wurden.


Eintritt frei!
Nähere infos > www.politische-bildung-bremen.de
Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen/Unterweser e.V., Landeszentrale für politische Bildung Bremen