Gedenkprogramm 27. Januar – Keine Zuflucht. Nirgends.

So, 20. Februar 2022
19.30 Uhr
Shakespeare Company Bremen


Vertreter von 32 Staaten konnten sich im Juli 1938 nicht über die Aufnahme von 500 000 deutsche Staatsbürger/innen jüdischen Glaubens einigen. Im Mai 1939 legt die MS St. Louis in Hamburg mit 937 jüdischen Flüchtlingen an Bord Richtung Havanna ab, doch sie bekommt in Kuba keine Landeerlaubnis. Nur wenige Tage später verkündet Präsident Roosevelt, dass auch die USA für die Passagiere verschlossen bleiben. Es bleibt dem Kapitän nichts anderes übrig, als nach Europa zurückzukehren. Mitte Juni 1939 landet die St. Louis in Antwerpen, die Flüchtlinge werden auf Großbritannien, Frankreich, Belgien und die Niederlande verteilt. Nicht wenige von ihnen werden in deutschen Vernichtungslagern ermordet. Zeugnisse über diese Fahrt, über Schicksale der Passagiere, insbesondere der Familie Rosenberg aus Bassum und Bremen werden zum Sprechen gebracht. Die auf Originaldokumenten basierende szenische Lesung wird die Geschichte von Migration und Flucht mit der Gegenwart verbinden. Ziel des Projekts ist es, zu der von Göran Rosenberg eingeforderten Einsicht beizutragen: «Während die Europäer geradewegs gen Evian schlafwandeln, sollen sie wenigstens wissen, dass sie es tun. Und eine vereinte Anstrengung zum aufzuwachen unternehmen.»

Vor 77 Jahren befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. Seit 1996 ist der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, offizieller Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer des National- sozialismus. Seit vielen Jahren koordinieren die Landeszentrale für politische Bildung und der Verein Erinnern für die Zukunft e.V. in Bremen ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, das zeitlich weit über den 27. Januar hinausgeht. Der Schwerpunkt der diesjährigen zentralen Gedenkveranstaltung sowie mehrerer weiterer Vorträge soll in diesem Jahr den Menschen gewidmet werden, die während der nationalsozialistischen Diktatur als sogenannte «Asoziale» und «Berufsverbrecher» verfolgt wurden.


Eintritt frei!
Nähere infos > www.politische-bildung-bremen.de > info@shakespeare-company.com
Tel.: 0421 - 500 222
Veranstalter: Bremer Shakespeare Company, Aus den Akten auf die Bühne