globale°: Noémi Kiss – Balaton

Fr, 05. November 2021
19.00 Uhr

Gerhard-Marcks-Haus

Logo des globale-Literaturfestivals

Ungarn in den 1980er-Jahren: Der Balaton, auf Deutsch eher unter dem Namen Plattensee bekannt, ist ein beliebtes Urlaubsziel des damaligen sozialistischen Ostblocks. Hier liegen auch Ost- und Westdeutsche einträchtig nebeneinander am Strand, durch den Mauerbau getrennte Familien machen gemeinsam Ferien. Es ist ein Ort der gelebten Wiedervereinigung, lange bevor die Mauer fällt. Aber das scheinbare Idyll hat auch Schattenseiten. Während „die Badewanne Ungarns“ für die Besucher aus der BRD ein billiges Urlaubsvergnügen ist, müssen die DDR-Bürger jede Mark zweimal umdrehen und verpflegen sich überwiegend aus von zu Hause mitgebrachten Lebensmittelvorräten.
Noémi Kiss entwickelt Momentaufnahmen, kontrastreich, präzise. Ihre Novellen sind heiter bis sarkastisch, aber immer verständnisvoll und den Menschen zugewandt.

Noémi Kiss, geb. 1974 in Gödöllö in der Nähe von Budapest, ist Autorin, Kritikerin und Essayistin. Sie studierte Hungarologie, Komparatistik und Soziologie an der Universität Miskolc, wo sie seit 2000 als Dozentin in Komparatistik arbeitet. 2003 promovierte sie mit einer Arbeit über Paul Celan und verbrachte im Rahmen ihrer Promotionsarbeit auch zwei Jahre an der Universität Konstanz. Ihre Werke wurden ins Deutsche, Englische, Schwedische, Bulgarische und Serbische übersetzt. Von Dezember 2013 bis Mai 2014 weilte sie als Writer in Residence des Literaturhauses Zürich und der Stiftung PWG in Zürich. Sie lebt in Budapest und ist Mutter von Zwillingen. In Deutschland wurde sie bekannt durch ihren Roman Was geschah, während wir schliefen sowie ihr literarisches Reisetagebuch Schäbiges Schmuckkästchen. Das Buch wurde von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats 2015 gewählt.  2018 erschien ihr Roman Dürre Engel (Europa Verlag). Ihr neues Buch Balaton kommt im April 2021 heraus.


Nähere Informationen: > globale-literaturfestival.de
Moderation: Silke Pasewalck

In Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus und dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.