Lena Gorelik – Wer wir sind

Mi, 06. Juli 2022
20.00 Uhr
Kulturzentrum Schlachthof


Wer wir sind: Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus, in die Freiheit. Was sie dafür zurücklässt, sind ihre geliebte Hündin Asta, die Märchen-Telefonnummer und fast alles, was sie mit Djeduschka, Opa, verbindet – letztlich ihre Kindheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und «die Fremde» ist. Ein Flüchtlingskind im selbstgeschneiderten Parka. Das Mädchen spricht die ungewohnten deutschen Wörter so komisch aus. Die anderen lachen. Auch für die Eltern ist es schwer, im Sehnsuchtswesten wächst ihre russische Nostalgie; und die stolze Großmutter, die mal einen Betrieb leitete, ist hier einfach eine alte Frau. Die Vorstellungen, was Freiheit ist, was sie erlaubt, unterscheiden sich zwischen Eltern und Tochter immer mehr.

Moderation: Libuse Cerna

Lena Gorelik, geboren 1981 in Sankt Petersburg, kam 1992 zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland. Nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolvierte sie den Studiengang Osteuropastudien. 2004 veröffentlichte sie ihren umjubelten Debütroman „Meine weißen Nächte“, weitere Romane folgten. Zuletzt erschien „Die Listensammlerin“, für den sie den Buchpreis der Ravensburger Verlage 2014 erhielt. „Sie können aber gut Deutsch“ war ihr erstes Sachbuch.


Eine Kooperation vom Kulturzentrum Schlachthof, dem Literaturfestival globale° und dem House of resources Bremen.
Im Rahmen von NEUSTART PROGRAMM, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Der Eintritt ist frei!