Literatur trifft Wissenschaft! — mit Dr. Reyhan Şahin und Dr. Sven Bergmann

Fr, 15. Oktober 2021
18.30 Uhr
Hafenmuseum Speicher XI


Bordkanone alias «Pussygeschütz»: Wir sprechen über ein Bordgeschütz eines Mosquito-Flugzeugs aus dem 2. Weltkrieg, das fast 80 Jahre in der Nordsee verrottete.

Axel Stiehler vom Logbuch und Anne Schweinsfurth vom Hafenmuseum sprechen mit Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray und Dr. Sven Bergmann über ein rostiges Stück Eisen mit Muschelbesatz, das aus Sicht des Wissenschaftlers durch die seit 80 Jahren wirkende Korrosion große Gefahren birgt, aus Sicht der Künstlerin Fragen nach Krieg und Frieden aufwirft.

Wie unterschiedlich sind ihre Arbeitsweisen, welche Rolle spielen Vermutungen als Methode in den beiden unterschiedlichen Disziplinen und welche persönliche Bedeutung hat für sie die Beschäftigung mit einem solchen Fundstück?

Beide Gäste lesen aus ihren sehr unterschiedlichen Veröffentlichungen und nach der anschließenden Podiumsdiskussion besteht die Gelegenheit, in der Ausstellung ins Gespräch zu kommen.

Die Lesung ist ein Nachholtermin zur Ausstellung «Raum für Vermutungen», die im vergangenen Jahr literarische und wissenschaftliche Perspektiven auf archäologische Objekte zeigte. Der Abend findet in Kooperation mit dem Logbuch Bremen statt.

Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray, geboren in Bremen, ist promovierte Sprachwissenschaftlerin, Rapperin, ehemalige Radiojournalistin, Performance-Künstlerin, Modedesignerin und Buchautorin. Nach ihrem Magister in Linguistik an der Universität Bremen promovierte sie 2012 über Die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs in Deutschland. Derzeit forscht sie zu den Themenbereichen Neue Rechte, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Gender. Über ihr Buch Yalla, Feminismus, das 2019 im Tropen Verlag erschien, sagt sie: «[M]ein Buch [soll] alle Frauen und queeren Menschen, schwarze, muslimisch sozialisierte, kurdische Frauen, die halt auch unsichtbar sind, marginalisierte und behinderte Menschen empowern, sichtbar zu sein und sich in diese Debatten einzumischen.»

Dr. Sven Bergmann, studierte in Frankfurt a. M. Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Lateinamerikawissenschaften und Soziologie, beschäftigte sich an der Humboldt-Universität Berlin mit «Geschlecht als Wissenskategorie» und promovierte dort 2012. Er arbeitete in diversen DFG-Forschergruppen, u. a. zu «Kulturen des Wahnsinns» am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité Universitätsmedizin Berlin. Derzeit ist er Lehrbeauftragter an der Universität Bremen und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DSM und beteiligt am EU-Projekt «North Sea Wrecks», das vom DSM koordiniert wird. Wissenschaftler*innen aus fünf Ländern untersuchen die Gefahren, die heute noch von militärischen Wracks und ihrer Ladung ausgehen. «Das Meer als Feld politischer Ökologie zu thematisieren und diese Forschung im Museum zu vermitteln ist ein zentrales Anliegen meiner Arbeit am DSM.»


Eintritt: 7 € | 5 € erm.
Anmeldung unter Tel.: 0421 - 303 82 79

Porträt von Dr. Reyhan Şahin
© Alexander Fanslau
Logo der Austellung Raum für Vermutungen