Werkstatt des queeren Romans: Antje R. Strubel und Gunther Geltinger

Di, 27. September 2022
19.00 Uhr

Stadtbibliothek Bremen, Zentralbibliothek, Wall-Saal

Logo der Queer (L)it!-Reihe

In der Werkstatt des queeren Romans präsentieren Antje R. Strubel und Gunther Geltinger ihre Romane Blaue Frau (2021) und Benzin (2019). Sie sprechen über die Entstehungsprozesse der Bücher und diskutieren über die Herausforderungen ihrer literarischen Arbeit, im eigenen Schreiben und als etablierte queere Autor*innen auf dem Buchmarkt.

Antje Rávik Strubel

wurde 1974 in Potsdam geboren und zählt zu den renommiertesten queeren Stimmen der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – ein Labeling, dem sie sich immer wieder gekonnt entzieht. Die Charaktere ihrer mehrfach ausgezeichneten Romane ( u.a. Offene Blende, 2001, Kältere Schichten der Luft, 2007, In den Wäldern des menschlichen Herzens, 2016) changieren zwischen den Geschlechtern und fließenden Beziehungsformen, Identität ist bei Strubel ein volatiler Zustand. Ihre Literatur kartografiert Länder, Körper und neue Räume, in denen sie auch sich selbst immer wieder neu erfindet: Der Name Rávik, der ihren Geburtsnamen ergänzt, bezeichnet eine Identität, die sich im Schreibprozess kontinuierlich erweitert. Für ihren neuen Roman Blaue Frau erhielt Antje Rávik Strubel den Deutschen Buchpreis 2021.

Gunther Geltinger

wurde 1974 in Unterfranken geboren und debütierte 2008 mit seinem autofiktionalen Roman Mensch Engel über den Grenzgang eines jungen schwulen Mannes zwischen künstlerischer Selbstbehauptung und den sozialen und gesellschaftlichen Zuschreibungen, die ihm durch sein Anderssein widerfahren. Die gleichermaßen produktive wie problematische Verquickung von Leben und Schreiben spielt auch in seinen Romanen Moor (2013) und Benzin (2019) eine zentrale Rolle: Auf ihrer Suche nach Liebe und Zugehörigkeit schickt Geltinger seine Figuren, ausgestattet mit autobiografischem Material, auf Reisen in die literarische Fremde – in ein buchstäblich sprechendes norddeutsches Moor oder ins vielsprachige postkoloniale südliche Afrika.

Queer (L)it!

ist das queere Literaturprogramm des virtuellen Literaturhauses Bremen, das 2022 fortgesetzt wird. Queeres Schreiben als Form des ästhetischen Widerstands – unter dieser Überschrift präsentieren sich drei neue Formate. Queere Autor*innen wählen bewusst eine literarische [künstlerische] Form, die sich quer zur dominanten Ordnung der Repräsentation von Geschlecht und Sexualität stellt. Durch ihre spezifischen sprachlichen Mittel verwirren sie fixierte Identitätskategorien – to queer heißt im Englischen auch: etwas unterlaufen, durchkreuzen.


Moderation: Esther Willbrandt, Bremen Zwei.

Eintritt frei

Eine Veranstaltung vom Literaturhaus Bremen. Für die Unterstützung danken wir dem Senator für Kultur, dem  Bremer Literaturkontor, der Stadtbibliothek Bremen, dem Rat&Tat-Zentrum für queeres Leben e.V. und dem art hotel ana.

Portrait Antje Ravic Strubel
© Philipp von der Heydt
Portrait Gunther Geltinger
© Jürgen Bauer