Aus den Akten auf die Bühne: Frau Senator hat das Wort: Käthe Popall (1907-1984)
Di, 26. Mai 2026
19.00 Uhr
Haus der Bürgerschaft, Am Markt 20, 28195 Bremen
Käthe Popall (1907-1984) kam aus einer Bremer Arbeiterfamilie. 1929 trat sie in die KPD ein. Im März 1935 wurde sie zusammen mit Max Maddalena (1895-1943), Adolf Rembte (1902-1937) und Robert Stamm (1900-1937) in Berlin verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte Max Maddalena zu lebenslänglichem und Käthe Popall zu 12 Jahren Zuchthaus. Adolf Rembte und Robert Stamm wurden in Berlin–Plötzensee hingerichtet. Nach der Befreiung im Mai 1945 lief sie vom Frauenzuchthaus Jauer in Sachsen zu Fuß nach Bremen. Im Juli 1946 genehmigte die Militärregierung ihre Berufung zur ersten Senatorin Bremens. Im Senat war sie zuständig für Gesundheit, Wiedergutmachung und Flüchtlinge. In der Bürgerschaft hielt sie zu diesen Themen leidenschaftliche Reden. Januar 1948 wurde sie von Kaisen nicht wieder nominiert, da eine Kommunistin nicht mehr erwünscht war. Bis 1951 war sie als Abgeordnete der KPD in der Bürgerschaft.
Auch in der Bremer Frauenbewegung spielte sie eine wichtige Rolle. 1946 gründete sie zusammen mit Irmgard Enderle, Agnes Heineken und Anna Stiegler den Bremer Frauenausschuss, in dessen Vorstand sie bis 1951 aktiv war.
Die szenische Lesung bringt historische Akten zu ihrem Leben direkt dort zum Sprechen, wo sie einst leidenschaftliche Reden hielt: im Haus der Bürgerschaft Bremen.
Die szenische Lesung ist aus der Reihe des Projekts Aus den Akten auf die Bühne in Kooperation mit der Universität Bremen. Konzeption: Dr. Eva Schöck-Quinteros. Text/szenische Einrichtung: Peter Lüchinger.
Eintritt frei!
Veranstalter: bremer shakespeare company, Aus den Akten auf die Bühne/Uni Bremen
Mit Ensemblemitgliedern. Unterstützt von der Manfred und Ursula Fluß Stiftung, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Heinrich Böll Stiftung Bremen, der SV Werder Stiftung und der Sparkasse Bremen.