Jüdische Gespräche: Dr. Grigori Pantijelew lädt zum Gespräch
Mi, 20. Mai 2026
17.00 Uhr
Stadtbibliothek Bremen, Krimibibliothek im 2. OG, Am Wall 201, 28195 Bremen
Nach der bewussten Auseinandersetzung mit der kontroversen Figur Jordan Peterson wenden wir uns in dieser 18. Runde nun einem Denker zu, der auf den ersten Blick das genaue Gegenteil ist: James Clear, der unideologische Pragmatiker. Anstelle von existenziellen Appellen bietet er eine technische Anleitung. Seine These in Die 1%-Methode klingt fast schon wie eine Erleichterung: Vergiss die Willenskraft. Wer sich nur auf seinen Charakter verlässt, hat schon verloren. Clear sagt: „Du fällst auf das Niveau deiner Systeme herab.“ Wir lesen seine Texte über die Gestaltung der Umgebung und fragen uns: Ist dieser rein technische Ansatz vielleicht der klügere, der sicherere Weg zur Selbstveränderung – gerade weil er auf die große, streitbare Weltanschauung verzichtet? Oder verlieren wir dabei etwas Wesentliches, das gerade in der Reibung mit dem Schwierigen liegt? Wir diskutieren, ob die moderne Verhaltensforschung hier das alte jüdische Prinzip bestätigt, dass „die Herzen den Taten folgen“.
Grigori Pantijelew, geb. 1958 in Moskau, ist promovierter Musikwissenschaftler, Dirigent, Publizist und lebt seit 1994 in Bremen. Hier ist er als Musiker und Hochschullehrer gut bekannt. Seit Jahrzehnten vertritt er die Jüdische Gemeinde nach außen in verschiedenen Gremien. Die Idee für das Format Jüdische Gespräche ist aus dem Gedankenaustausch im Forum für die Förderung und Sichtbarmachung des jüdischen Lebens in Bremen entstanden. Pantijelew möchte als Moderator mit Humor, aber auch Ernsthaftigkeit alle Zuhörenden erreichen und ins gemeinsame Gespräch einbinden.