Jüdische Gespräche: Dr. Grigori Pantijelew lädt zum Gespräch ein
Mi, 09. September 2026
17.00 Uhr
Stadtbibliothek Bremen, Krimibibliothek im 2. OG, Am Wall 201, 28195 Bremen
Paris, 1835. Innerhalb eines Monats erleben zwei Opern ihre Premiere, die die Musikwelt prägen: Bellinis I Puritani und Halévys La Juive. Beide bieten dem Tenor eine Paraderolle. Doch während Bellinis Arturo in reinstem italienischem Belcanto schwelgt, stellt uns Halévys Éléazar vor ein Rätsel. Wir fragen die Musik direkt: Warum singt der Jude Éléazar, der die Christen hasst, in der eleganten italo-französischen Musiksprache seiner Feinde? Warum hat seine Stimme keine eigene, jüdische Heimat?
In dieser, der 20. Runde, hören wir die beiden Arien im direkten Vergleich und diskutieren: Ist diese „assimilierte Stimme“ ein künstlerischer Kompromiss oder die eigentliche, tiefere Tragödie dieser Oper?
Grigori Pantijelew, geb. 1958 in Moskau, ist promovierter Musikwissenschaftler, Dirigent, Publizist und lebt seit 1994 in Bremen. Hier ist er als Musiker und Hochschullehrer gut bekannt. Seit Jahrzehnten vertritt er die Jüdische Gemeinde nach außen in verschiedenen Gremien. Die Idee für das Format Jüdische Gespräche ist aus dem Gedankenaustausch im Forum für die Förderung und Sichtbarmachung des jüdischen Lebens in Bremen entstanden. Pantijelew möchte als Moderator mit Humor, aber auch Ernsthaftigkeit alle Zuhörenden erreichen und ins gemeinsame Gespräch einbinden.