Anne-Sophie Balzer und Dr. Maria Hörhold - Eis, Gletscher und ihr Verschwinden
Do, 26. November 2026
19.00 Uhr
Klimahaus Bremerhaven, Am Längengrad 8, 27568 Bremerhaven
Zum Buch: Was wir über Gletscher wissen, bestimmen Glaziologie und Klimawissenschaften. Auf ihre Studien schaut die Welt: Die Arktis heizt sich auf, die grönländischen Gletscher schmelzen rasant, in der Antarktis brechen riesige Eisberge vom Schelfeis ab, die Gletscher der Alpen werden bis 2080 verschwunden sein. Dieses Wissen ist zentral und doch verrät es uns nichts darüber, wie es ist, auf einem Gletscher zu stehen und diesen kalten scharfen Wind im Gesicht zu spüren. Anne-Sophie Balzer erkundet die Liebe der Menschen zum Eis und ihre Trauer angesichts seines Verschwindens. Entstanden ist dabei ein literarisches Sachbuch, das Naturforschung und Poesie auf einzigartige Weise verbindet.
Anne-Sophie Balzer wurde 1988 geboren, jenem Jahr, in dem nach verheerenden Bränden und Dürren ein NASA-Wissenschaftler dem Kongress der Vereinigten Staaten erklärte, der Klimawandel sei real. Sie ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet als Autorin und Journalistin, schwerpunktmäßig zu Skandinavien und dem hohen Norden. Bis 2025 lehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Augsburg und schrieb ihre Dissertation zu Gletschern in zeitgenössischer englischsprachiger Lyrik. Sie lebte auf Schotterablagerungen dreier vergangener Eiszeiten und wohnt derzeit am Rhein im Mainzer Becken, das man sich während der Glaziale als Tundrasteppe vorstellen kann und das vorher ein Meer war.
Dr. Maria Hörhold studierte Geowissenschaften und Geophysik Potsdam, Svalbard (Norwegen) und Bremen und promovierte am Alfred-Wegener-Institut für Polar-und Meeresforschung über die Verdichtung von Schnee zu Eis auf den polaren Eisschilden. Sie untersuchte, wie die Schichtung des Schnees und Firns den Lufteinschluss ins Eis beeinflusst. Heute ist sie Senior-Wissenschaftlerin und beschäftigt sich mit Eiskernen aus Grönland und der Antarktis und was sie uns über Klimaänderungen in der Vergangenheit und heute erzählen können. Maria engagiert sich seit 5 Jahren bei AWIs4Future, einer Ortsgruppe von Scientist4Future. Die reine Erzeugung von neuen Daten und Erkenntnissen reicht nicht aus. Die Rolle der Wissenschaft muss sich von reiner Informationsweitergabe zu mehr Verantwortung, gesellschaftlichem Engagement und Interaktion ändern.