Aus den Akten auf die Bühne: Karrieren in Bremen nach 1945
Mi, 21. Januar 2026
19.30 Uhr
Theater am Leibnizplatz, Schulstraße 26, 28199 Bremen
Karrieren in Bremen nach 1945 am Beispiel von Kurt A. Becher, Käthe Popall und Alfred Ries
Anhand von drei ganz unterschiedlichen Biographien zeigt sich in dieser szenischen Lesung wie Nationalsozialismus und Krieg zu Brüchen, bzw. Kontinuität in einzelnen Lebensläufen führten. Die Dokumente zu den Bremer Persönlichkeiten formen sich dadurch zugleich zu einem Abbild der politischen und wirtschaftlichen Strukturen und unterschiedlichen gesellschaftlichen Bewertungen von Verantwortung und Schuld in Vor- und Nachkriegsgeschichte in Westdeutschland. Das Leben von Kurt A. Becher (1909-1995) zeigt exemplarisch, wie aus NS-Tätern nach 1945 „Mitläufer“ wurden, die (nicht nur) in der Wirtschaft erfolgreich agieren konnten. Käthe Popall (1907-1984) wurde als Mitglied der KPD 1935 verhaftet und verurteilt. Nach dem Krieg wurde sie zur ersten Senatorin Bremens berufen, 1948 allerdings nicht wieder nominiert, da sie als Kommunistin nicht mehr erwünscht war. Bis 1951 war sie als Abgeordnete der KPD in der Bürgerschaft und spielte auch in der Bremer Frauenbewegung eine wichtige Rolle. Alfred Ries (1897-1967) war Präsident des SV Werder in der Weimarer Republik. 1933 flüchtete er nach Jugoslawien. Seine Eltern wurden 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und ermordet. Alfred Ries kehrte dennoch nach dem Ende der NS-Diktatur nach Bremen zurück und wurde wieder Präsident des SV Werder Bremen.
Die szenische Lesung ist aus der Reihe des Projekts Aus den Akten auf die Bühne in Kooperation mit der Universität Bremen. Konzeption: Dr. Eva Schöck-Quinteros. Text/szenische Einrichtung: Peter Lüchinger. Mit Ensemblemitgliedern. Unterstützt von der Manfred und Ursula Fluß Stiftung, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Heinrich Böll Stiftung Bremen, der SV Werder Stiftung und der Sparkasse Bremen.
Eintritt:
Normal €18
Ermäßigt €10
Veranstalter und Tickets: bremer shakespeare company, Aus den Akten auf die Bühne/Uni Bremen