Wolfgang Emmerich

Porträt von Wolfgang Emmerich
© privat

Jahrgang 1941. Studium der Fächer Germanistik, Geschichte, Philosophie und deutsche Volkskunde an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Köln und Tübingen. 1968 Promotion in Germanistik und Volkskunde. Seit 1978 Professor für Neuere deutsche Literatur und Kulturwissenschaft an der Universität Bremen. Mehrere Gastprofessuren in den USA, an der Universität Paris VIII und in Turin. Von 1989-2005 Leiter des auf seine Initiative hin gegründeten Instituts für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Literatur- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Literatur des Exils, die DDR-Literatur und die Transformationsphase seit 1989/90 sowie die Autoren Paul Celan, Heiner Müller und Gottfried Benn.

Preise und Stipendien:
1991 Essaypreis der German Studies Association (GSA) der USA
1986 Auszeichnung „Buch des Monats“ der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt für die Anthologie „Lyrik des Exils“


Nahe Fremde

Sachbuch, 2020
Wallstein Verlag, ISBN: ISBN 978-3-8353-3606-3
400 Seiten, €26,00

Paul Celan, 1920 als deutschsprachiger Jude in Czernowitz geboren, wollte schon früh Dichter werden, doch die Ermordung seiner Eltern im Holocaust führte zu einem zwiespältigen Verhältnis zur deutschen Sprache. Trotzdem wird er zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Lyriker der Nachkriegszeit. Von seinem Wohnort Paris reist er zu Lesungen oder auch privat immer wieder in die Bundesrepublik, aber dieses Deutschland, in dem der Nazismus noch lange virulent ist, bleibt ihm fremd und verstört ihn stets aufs Neue. Freundschaften mit deutschen Autoren (die meisten ehemalige Soldaten der Wehrmacht) scheitern. Die Plagiatsanschuldigung der sogenannten Goll-Affäre nimmt Celan als Rufmord wahr, der für ihn einem nachgeholten Mord gleichkommt. Sein Verhältnis zu Deutschland und seiner Muttersprache, die auch die Sprache der Mörder war, erweist sich als nicht heilbar.


Literarisches Chemnitz.  Autoren - Werke - Tendenzen.

Sachbuch, 2008
Heimatland Sachsen Verlag, Chemnitz, ISBN: 9783910186682
160 Seiten, €24,95

Herausgegeben von Wolfgang Emmerich und Bernd Leistner
Mit 237 Abbildungen

Chemnitz verfügt über einen bemerkenswerten literarischen Fundus, der bisher nur lückenhaft zur Kenntnis genommen wurde. Karl May, Hedwig Courths-Mahler, Emil Rosenow, Albert Soergel, Stefan Heym, Walter Janka, Stephan Hermlin, Lothar-Günther Buchheim, Dieter Noll, Rolf Schneider, Irmtraud Morgner, Peter Härtling, Werner Bräunig, Richard Leising, Bernd Jentzsch, Joachim Walther, Angela Krauß, Jens Sparschuh, Kerstin Hensel und viele weitere Autorinnen und Autoren wurden entweder in Chemnitz geboren oder lebten eine bestimmte Zeit in der Stadt. Nicht wenige von ihnen haben sich in ihren Büchern mit Chemnitz und der Region auseinandergesetzt. Anliegen dieses Bandes ist es, die verstreuten Bezüge zwischen Chemnitz und der schönen Literatur darzustellen. Fast 20 Beiträger haben an dem Projekt mitgewirkt und Darstellungen zu übergreifenden Aspekten und Essays zu einzelnen Schriftstellern sowie ein umfangreiches Autorenlexikon verfasst. In der Herausgeberschaft von Wolfgang Emmerich und Bernd Leistner ist ein an Facetten reicher und anschaulich bebilderter Band entstanden, der die Chemnitzer Kulturlandschaft in einer neuen Perspektive zeigt.


Kleine Literaturgeschichte der DDR

Erweiterte Neuausgabe, 2007
Aufbau Verlag, ISBN: 978-3-7466-8052-1
640 Seiten, €12,50

Von diesem Standardwerk, das in Darmstadt 1981 erstmals erschienen war, gab es in der DDR offiziell nur ein einziges Exemplar – unter Verschluß. In der erweiterten Neuauflage ordnet Emmerich die DDR-Literatur seit 1945 in ihr zeitgeschichtliches Geflecht ein und führt die Linien dieser Entwicklung über den Wendepunkt des Mauerfalls hinweg; er benennt Details der Zensurverfahren und die Stasi-Verwicklungen namhafter Autoren.


Gottfried Benn

Biographie, 2006
Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN: 978-3499506819
160 Seiten, €8,50

Gottfried Benn hat mit seinen Gedichten ganze Generationen von Lesern fasziniert. Doch wegen seiner zeitweiligen Parteinahme für das Dritte Reich war er auch heftiger Kritik ausgesetzt. Fünfzig Jahre nach seinem Tod ist es Zeit für eine neue, vorurteilslose Darstellung dieses „gezeichneten Ichs“ – seines „Doppellebens“ zwischen dem Alltag des Arztes und den Ekstasen des Dichters.


Paul Celan

Biographie, 1998
Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN: 978-3499503979
189 Seiten, €7,90

Paul Celan, 1920 in Czernowitz/Bukowina geboren, 1970 in Paris durch Selbstmord aus dem Leben gegangen, gilt heute als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Mit dem Bekanntwerden der «Todesfuge» setzte 1952 sein Ruhm ein. Der nazistische Massenmord an den Juden, dem auch Celans Eltern zum Opfer fielen, war das Thema schon dieses frühen Gedichts und blieb das Zentrum seines literarischen Werks