Peer Meter

Porträt von Peer Meter
© Siegfried Scholz

Peer Meter, 1956 in Bremen geboren, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller - nach dreißig Jahren Worpswede - seit 2021 wieder in Bremen. Neben seiner Arbeit als Comicszenarist ist er Theater-, Drehbuch-, Belletristik- und Sachbuchautor. Von 1987 bis 1989 war er Redakteur und Mitherausgeber der Bremer Literaturzeitschrift Stint. Seit 1988 entstanden erste Comicszenarios, die der Illustrator Christian Gorny umsetzte. Diese Arbeiten wurden in diversen Comicmagazinen und Zeitschriften veröffentlicht. Seit 2010 erschienen in Zusammenarbeit mit deutschen Comiczeichner*innen Graphic Novels: Gift mit Barbara Yelin, Haarmann mit Isabel Kreitz, Vasmers Bruder mit David von Bassewitz, Böse Geiste mit Gerda Raidt und Beethoven – Unsterbliches Genie mit Rem Broo.
Haarmann wurde 2010 mit dem Münchener Comicpreis ausgezeichnet und im selben Jahr auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Sondermann-Preis. Auf dem Comic-Salon Erlangen waren Haarmann und Gift nominiert für den Max und Moritz-Preis in der Kategorie Bester deutschsprachiger Comic. Peer Meters Bücher wurden in mehrere europäische Sprachen übersetzt. Sein Drehbuch zu dem Spielfilm Effigie – Das Gift und die Stadt war er auf dem Internationalen Filmfestival Zypern und auf dem International Film Fest Barcelona für einen Award nominiert.

www.peermeter.de

Cover der Graphic Novel "Beethoven" von Peer Meter

Beethoven - Unsterbliches Genie

Graphic Novel, 2020
Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-73120-3
144 Seiten, €22,00

Mit Illustrationen von Rem Broo.

Was du dich nie zu Beethoven zu fragen trautest, wird in dieser Graphic Novel an seinem Totenbett von den unterschiedlichsten kondolierenden Besuchern verhandelt. So werden Geschichten über sein Genie neben Anekdoten über weniger heldenhaften Seiten erzählt und ergeben dabei auch ein nicht immer schmeichelhaftes Bild seiner heuchlerisches Mitbürger.
Zum 250. Geburtstag des Genies Beethoven liefert diese Graphic Novel einen sehr unterhaltsamen und durchaus informativen Beitrag.


Vasmers Bruder

Graphic Novel, 2014
Carlsen Verlag, ISBN: 9783551729699
176 Seiten

Mit Illustrationen von David von Bassewitz.

Der Fall des Serienmörders und Kannibalen Karl Denke ist bis heute rätselhaft. Zwischen 1903 und 1924 hat er im schlesischen Städtchen Münsterberg (heute Ziebice) rund 30 Menschen getötet und zum Teil verspeist, und nur durch Zufall wurde er verhaftet. Bevor er jedoch verhört werden konnte, erhängte er sich in seiner Zelle. Seine Motive blieben im Dunkeln. Peer Meter, der bereits das Szenario zu HAARMANN schrieb, hat sich zusammen mit dem Zeichner David von Bassewitz, daran gemacht, auf Grundlage dieser Begebenheiten die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der über Denke forscht, sich aber während dieser Arbeit selbst verliert. Eine ebenso spannende wie düstere Geschichte, die erschreckt und fasziniert.


Böse Geister

Graphic Novel, 2013
Reprodukt, ISBN: 3943143422
104 Seiten, €20,00

Mit Illustrationen von Gerda Raidt.

Als der sechzigjährige Harry Wallmann erfährt, dass das Stadtviertel seiner Jugend vor dem Abriss steht, macht er sich auf den Weg zu seinem Elternhaus. Doch was als Abschiednehmen geplant ist, gerät zur Reise in eine dunkle Vergangenheit: Je stärker er sich einlässt auf jene Zeit, umso erschreckender treten tief in ihm verschüttete Erlebnisse zutage. Ganz unmerklich wird er eingesponnen von den bösen Geistern seiner Kindheit. 
In atmosphärischen Zeichnungen gelingt es Gerda Raidt, Peer Meters spannend verschachteltes Drama um Schuld, Verlust und den "Gespenster-Harry" eindringlich zu inszenieren, ohne dabei den für ihr illustratives Schaffen so charakteristischen Charme einzubüßen.


Cover der Graphic Novel "Haarmann" von Peer Meter

Haarmann

Graphic Novel, 2010
Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-79107-8
176 Seiten, €19,90

Illustriert von Isabel Kreitz.

Fritz Haarmann, einer der brutalsten Serienmörder Europas, arbeitete als Spitzel für die hannoversche Polizei. Nacht für Nacht durchstreifte er die Wartesäle des Bahnhofs auf der Suche nach jungen, allein reisenden Männern. Mit Hilfe seines Polizeiausweises konnte er das Vertrauen seiner Opfer erlangen. Er führte sie in seine Wohnung, vergewaltigte sie und biß ihnen im Sexualrausch die Kehle durch. Obgleich es über Jahre immer wieder Anzeigen gegen Fritz Haarmann gegeben hat, konnte er ungehindert sein mörderisches Treiben fortsetzen, gedeckt von der Polizei und umkreist von skrupellosen Schmarotzern, die aus Haarmanns Treiben ihren Vorteil gezogen haben. Eine unheimliche Geschichte in düster-beklemmenden Bildern.


Cover des Buchs "Gesche Gottfried" von Peer Meter

Gesche Gottfried - Eine Bremer Tragödie

Sachbuch, 2010
Edition Temmen, ISBN: 978-3-8378-1012-7
240 Seiten, €14,90

Gesche Gottfried vergiftete in den Jahren von 1813 bis 1827 in Bremen insgesamt 15 Menschen, darunter ihre Eltern, drei Kinder und zwei Ehemänner. Mindestens 19 weiteren Personen mischte sie von 1823 an wiederholt Gift in nicht tödlicher Dosis ins Essen. 1828 wurde Gesche Gottfried verhaftet und drei Jahre später auf dem Domshof hingerichtet. Die  Stelle, an der ihr Kopf mit dem Schwert vom Rumpf getrennt wurde, markiert noch heute ein bekreuzter Stein, täglich von traditionsbewussten Bremer Passanten als Zeichen der Verachtung bespuckt. In der Schilderung von Gesche Gottfrieds Verteidiger Friedrich Leopold Voget entsteht das Bild einer kalt berechnenden, aus niederen, gewinnsüchtigen Motiven mordenden Frau, über deren Taten die Öffentlichkeit gleichsam aus allen Wolken fiel. Nach fast 170 Jahren ungeprüfter Übernahme seiner Darstellung hat Peer Meter den Fall nach den Prozessakten ganz neu dargestellt. Er belegt, dass Voget Zeugenaussagen mehrfach grob verfälscht zitierte und dass auch Gesche Gottfrieds mörderisches Treiben keineswegs nur im Stillen vonstatten gegangen war. Vielmehr steht fest, dass es bereits Jahre vor ihrer Verhaftung immer wieder Warnungen vor ihrer Person gegeben hatte. Peer Meter entreißt nach weiterer Recherche und präziser Analyse die Darstellung des Hergangs und der in dieser beispiellosen Mordserie vorkommenden Personen endlich der Sichtweise des 19. Jahrhunderts. Ebenso spannend, wie er das Porträt der Bremer Giftmörderin als psychisch schwer verwirrter Frau herausarbeitet, legt er einen zweiten Aspekt dar: die Unmöglichkeit der bremischen Bürgergesellschaft, eine eigene
Mitverantwortung an den grauenhaften Taten anzuerkennen.


Cover der Graphic Novel "Gift" von Peer Meter

Gift

Graphic Novel, 2010
Reprodukt, ISBN: 978-3-941099-41-8
200 Seiten, €24,00

Illustriert von Barbara Yelin.

Bremen 1831. Den Auftrag im Gepäck, eine Reisebeschreibung über die Hansestadt zu verfassen, trifft eine junge Schriftstellerin an der Weser ein. Doch ihr schlägt eine Atmosphäre des Misstrauens entgegen, denn die Stadt kennt dieser Tage nur ein Thema: die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung der mehrfachen Giftmörderin Gesche Gottfried. Ungewollt verbindet sich das Schicksal der jungen Frau mit dem der Gesche Gottfried… 
Im März 1828 wurde in Bremen ein Kriminalfall aufgedeckt, der die Stadt erschüttern sollte. Bereits in den ersten Verhören gestand die 43-jährige Gesche Margarethe Gottfried, von 1813 bis 1827 fünfzehn Menschen vergiftet zu haben, darunter ihre Ehemänner, ihre Eltern und ihre Kinder. Ausgehend von diesem historischen Drama entwickeln Peer Meter (Szenario) und Barbara Yelin (Zeichnungen) eine Geschichte voller Spannung und Intensität.