Das LitQ lädt ein: John Fowles – Magus
So, 19. April 2026
17.00 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
Der Roman erschien erstmals 1965/77, ist gleichwohl nicht etwa ein Beitrag zur literarischen Postmoderne, für deren angelsächsische Variante John Fowles später als Wegbereiter steht. "Magus" stellt – wenn man derlei Schubladen mag – reinen literarischen Konstruktivismus dar, indem er ein völlig eigenes, zunächst mysteriöses Universum entwirft, worin sich eine extreme Form klassischer „éducation sentimentale“ seines jungen Protagonisten abspielt; das Ganze ist weitgehend auf einer kleinen griechischen Insel, ein knappes Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs angesiedelt, inkl. der Besatzung Griechenlands durch deutsche Truppen unter heftiger Partisanen-Gegenwehr.
Zur Lesung ausgewählt sind nicht die Höhepunkte an Spannung, Spektakel, gar vermeintlicher Magie, die das Buch auch bietet, sondern eher literarisches Decrescendo, Ritardando und seine Fermaten quasi als Ausruh-Momente.
Aus Anlass des 100. Geburtstags von John Fowles lesen Michael Lehmann & Compagnie.