Hannah Arendt, Shakespeare und die Anziehungskraft des Autoritären

Mo, 26. Oktober 2026
19.00 Uhr
bremer shakespeare company, Schulstr. 26, 28199 Bremen

Logo der bremer shakespeare company

Am 4. Juni 1949, zwei Wochen nach Inkrafttreten des Grundgesetzes, heiratet die Bremerin Wilma Helmers den ehemaligen Zwangsarbeiter Oleksa Szwajka, der 1942 mit 19 Jahren von den Nazis aus Galizien nach 1951, vor 75 Jahren, erschien Hannah Arendts berühmtes Buch The Origins of Totalitarianism, in dem sie die Voraussetzungen und Bedingungen totaler Herrschaft analysiert – eine Analyse, die auch uns hilft, die Anziehungskraft von autoritären Bewegungen heute zu verstehen. Literatur als Quelle politischer Erfahrung bildete für Hannah Arendt einen Ausgangspunkt der Analyse. Shakespeares Dramen eröffneten ihr Erfahrungsräume für Fragen, die ihre Zeit, aber auch unser politisches Denken bestimmen. Sie erzählen von Macht und Ohnmacht, Anerkennung und Ausgrenzung, Abhängigkeit und Verführung. Menschen suchen nach Zugehörigkeit, geraten in Abhängigkeiten, streben nach Macht und verlieren dabei den Bezug zu anderen – und zu sich selbst.

Ausgehend von Arendts Analysen und Shakespeares Dramen fragen wir nach der Gegenwart: Was geschieht, wenn die Orientierung im Denken und Handeln in einer gemeinsamen Welt verloren geht?

Aus den Akten auf die Bühne

Historische Akten können eine dröge Angelegenheit sein – doch nicht in der bremer shakespeare company. Die bundesweit einzigartigen Inszenierungen nehmen das Publikum anhand von persönlichen Schicksalen direkt mit in die Stimmungen und Auseinandersetzungen der jeweiligen Zeit. Themen wie Flucht, Migration, Schuld und Versagen, Umgang mit den Verbrechen der NS-Zeit oder Bremer Geschichte(n) erhalten durch die aussagekräftigen Dokumente und das eindrückliche Schauspiel eine erschütternde Nachdrücklichkeit in der Gegenwart.


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Eine Kooperation der bremer shakespeare company und der Universität Bremen

 

 

Mikrofon im Scheinwerferlicht
© Rike Oehlerking