Ulrike Kleinert

Porträt von Ulrike Kleinert
© Albrecht-Joachim Bahr

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lrike Kleinert wurde 1955 in Delmenhorst geboren. Sie hat in Bremen und Kiel Sozialpädagogik studiert und war in Bremen über Jahrzehnte als Leiterin von Kitas tätig. Erste Veröffentlichungen von ihr gab es den Siebziger Jahren u.a. beim Fischer Verlag. Ihre Gedichte und Kurzgeschichten sind in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften vertreten. Momentan arbeitet sie an einem Poesie-Projekt mit Kindergartenkindern und an einem Roman. Ein dritter Band mit Kurzgeschichten erscheint demnächst beim Kellner Verlag, Bremen.
Von 1995 bis 1999 hat sie in der Redaktion Spielräume schaffen, einer pädagogischen Fachzeitschrift in Bremen, mitgearbeitet. Sie ist Mitglied des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Verdi und Sprecherin der Bücherfrauen, Städtegruppe Bremen.

Preise und Stipendien:
2006 Trägerin des Bremer Autorenstipendiums

www.ulrike-kleinert.de


In der Straße der Schwalben

Geschichten, 2021
Kellner Verlag, ISBN: ISBN 978-3-95651-288-9
156 Seiten, €14,90

Diese Erzählungen zeichnen die Vielfalt des alltäglichen Großstadtlebens. Manche der Figuren müssen sich mit einer prekären Existenz abfinden oder leben von Erinnerungen an bessere Zeiten; manche sind allein, verwitwet oder verzwei- felt. Neben Badesee, Parzellen und sogar Pfannkuchenäpfeln bietet die Autorin überzeugende Einsichten ins Jobcenter und einen Kiosk aus Glas.

Ulrike Kleinerts Erzählkraft liegt in der empathischen Dar- stellung von kleinen lebendigen Details und flüchtigen Mo- menten von Menschen, die oft als »kleine Leute« bezeichnet werden: einer auf der Walz verliebt sich hoffnungslos in eine Frau aus einem chinesischen Imbiss; benachbarte Dönerladen- besitzer entfremden sich wegen der politischen Spannung »zu Hause«; eine Einwandererfamilie leidet durch Trennung. Kleinert ist eine Meisterin der Sehnsucht: »Seit sie schwarz trägt, zieht es sie zum Fenster.« (Text: Ian Watson)


Antworten, die Purzelbäume schlagen

Poesieprojekt, 2020
Geest Verlag, ISBN: ISBN 978-3-86685- 768-1
74 Seiten, €10,00

Ein begeisterndes literarisches Projekt, das Ulrike Kleinert für Vorschulkinder aus sechs Bremer Kinder- und Familienzentren erdachte. Wie reagieren die Kinder, von denen viele eine andere Muttersprache als Deutsch haben, auf Fragen wie zum Beispiel: Warum wechselt die Tanne nicht das Grün ihrer Nadeln? Ausgangspunkt des poetischen Suchens der Kinder ist die Geschichte der Eule Schu Schu, die nachts nicht schlafen, sondern tags die Welt entdecken will. Schu Schu braucht Antworten auf insgesamt elf Fragen. Die Kinder helfen ihr dabei, tasten sich an die Fragen heran, finden Antworten aus ihrem Verstehenshorizont. Überraschend, originell und überzeugend.


Vier Stufen

Erzählungen, 2015
Geest Verlag, ISBN: 9783866855090
208 Seiten, €14,80

Anlässlich ihres 60. Geburtstages erscheint ein ganz besonderer Band der Bremer Autorin, Erzählerin, Erzieherin, Gewerkschaftlerin, Menschenrechtlerin, Mutter, Freundin… Erzählt wird von Migranten, Flüchtlingen, Kindern, von Menschen, die Nähe und Geborgenheit suchen. Die manchmal einfach nur etwas zu essen haben wollen oder einen sicheren Platz für ihr Babybett. Die Geschichten erzählen von Irrwegen, von Träumen und von Hoffnungen und sie erzählen von von der Kraft, dem Alltag zu widerstehen.


Jangi

Kinderbuch, 2011
DIX Verlag, Düren, ISBN: 978-3-941651-48-7
42 Seiten, €11,00

Illustrationen in Farbe: Betie Pankoke

Zirkuselefant Jangi mag die Arbeit in der Manege nicht und außerdem hat er dort keine Freunde. Spannend wird sein Leben erst, als er eine Schule besuchen darf. Auch die Kinder und Lehrer freuen sich über die Abwechslung. Im Alltag aber müssen dann alle feststellen, dass Kinder und Zirkuselefanten in derselben Schule doch nicht so gut zusammenpassen. Bis Pepita Siebenschön eine Lösung findet …


Die Stadt, die Zeit und die Liebe

Gedichte, 2007
Geest-Verlag, Vechta-Langförden, ISBN: 978-3-86685-056-9
128 Seiten, €11,00
Bilder von Britta Gorontzy

Wie ihre Prosatexte so sind auch die Gedichte von Ulrike Kleinert nicht hermetisch verschlossen. Sie sind durchwoben von Lebenswelten in einer Fluss- oder Stadtlandschaft zwischen alten Kapitänsvillen, einem Stahlwerk oder einer stillgelegten Silberwa-renmanufaktur. Ulrike Kleinert ist eine detailgenaue, liebevolle Beobachterin. Aus Farben und Klängen, Gesten und Gegenständen, Requisiten und Räu-men entstehen lyrische Bildsequenzen von Sehn-süchten und menschlichen Begegnungen, es ist die Rede von der Liebe, vom Altsein, vom Fremdsein, von der Vertrautheit im Alltäglichen, vom Schreiben. – Inge Buck, März 2007


Lene und die Straßenbahn, die einen Schluckauf hatte

Kinderbuch, 2002
Geest-Verlag, Ahlhorn, ISBN: 978-3934852860
36 Seiten, €12,68

Zeichnungen von Kathrin Kreim

Eine wundervolle Geschichte für Kinder im Kindergartenalter und Grundschule. Wie viele andere Kinder liebt es Lene, mit der Straßenbahn zu fahren. Es gibt viele Menschen zu sehen, zudem holpert die Straßenbahn so schön, so dass man auf dem Sitz hoch- und runterspringt. Doch diese Straßenbahn holpert besonders. Der Fahrer ist schon ganz aufgeregt. Und schließlich fallen alle Leute durcheinander. Niemand weiß, was mit der Straßenbahn los ist. Warum holpert und stolpert sie durch die Gegend? Lene weiß die Lösung. Ideal zum Vorlesen, zum Entdecken und zum Umsetzen auch als Rollenspiel. Besonders toll natürlich, dass das Buch auch in einer deutsch-türkischen Version erschienen ist.


Linien meiner Haut

Lyrik, 2002
Geest-Verlag, Vechta-Langförden, ISBN: 978-3936389388
140 Seiten, €10,00

Illustrationen von Hildburg Henning

Gedichte. Fast neunzig Gedichte. Verdichtete Momente, eingefangene Augenblicke, Markierungen, Nahaufnahmen der Geschichte – der eigenen, der fremden. Die Gedichte von Ulrike Kleinert sind Momente des Erkennens, des Staunens, der Selbstvergewisserung. Momente von Begegnungen und Trennungen, von Nähe und Distanz. Sie sind in den letzten zwanzig Jahren entstanden und vom erneuten Aufbruch der Frauen geprägt. Die Gedichte schaffen sich eigene Räume, sezieren Gesetzmäßigkeiten, nehmen die Sprache beim Wort.


Die gezählte Frau

Kurzprosa, 2000
Geest-Verlag, Ahlhorn, ISBN: 978-3934852150
140 Seiten, €9,40

Mit einem Vorwort von Marieluise Beck, Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen. Grafiken von Rebecca Meyer

Die gezählte Frau ,,Wir werden nicht als Frauen geboren, wir werden dazu gemacht – aber was machen wir daraus?“ Diese Frage beschäftigt die Bremerin Ulrike Kleinert und gibt ihr Stoff für ihre Geschichten. Es sind Geschichten aus weiblicher Sicht geschrieben. Es sind Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten von Frauen: Ehe, Familie, Arbeitsplatz, Mutter, Geliebte oder Einwanderin.