Heinz Strunk erhält den mit 25.000 € dotierten Bremer Literaturpreis 2026 für den im Rowohlt Verlag erschienenen Erzählband Kein Geld Kein Glück Kein Sprit. Den mit 6.000 € dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2026 erhält Kaleb Erdmann für seinen Roman Die Ausweichschule, der im Ullstein Buchverlag erschienen ist.

Heinz Strunk, geboren 1962 in Bevensen, ist Schriftsteller, Musiker und Schauspieler. Seit seinem ersten Roman Fleisch ist mein Gemüse hat er vierzehn weitere Bücher veröffentlicht. Der goldene Handschuh stand monatelang auf der Bestsellerliste; die Verfilmung durch Fatih Akin lief im Wettbewerb der Berlinale. 2016 wurde der Autor mit dem Wilhelm Raabe Literaturpreis geehrt. Seine Romane Es ist immer so schön mit dir und Ein Sommer in Niendorf waren für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Die Jury begründet die Vergabe:
"In seinen Erzählungen erkundet Heinz Strunk in radikaler Weise die Fragilität und die Vergänglichkeit des Lebens. Mit seinem grotesken, das Fantastische und den Ekel streifenden Witz dringt er durch das Banale vor bis zum existenziellen Elend der Figuren und lässt in deren Abgründen den Kern des Humanen hell erstrahlen.“

Das Bild zeigt den Buchtitel in bunten Worten.

Das Bild zeigt eine Treppe in einem Gebäude als Coverbild.

Den mit 6.000 € dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2026 erhält Kaleb Erdmann für seinen Roman Die Ausweichschule, der im Ullstein Buchverlag erschienen ist. 
Die Jury begründet die Vergabe: 

“Mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2026 wird Kaleb Erdmann für Die Ausweichschule ausgezeichnet. In seinem zweiten Roman erzählt der Autor von einem Schriftsteller, der mit den Erinnerungen an den Erfurter Amoklauf von 2002 ringt, den er als Schüler erlebt hat. Indem er das Autobiografische transzendiert und Voyeurismus, Traumata sowie die moralischen Grenzen des Erzählens selbst reflektiert, macht Erdmann ein schmerzhaftes Thema mit großer Sorgfalt und literarischer Sensibilität zugänglich.”

Kaleb Erdmann, geboren 1991, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, sowie Soziologie und Politische Theorie in München und Frankfurt am Main. Er war Finalist des open mike und wurde für sein Theaterstück Unten für den Retzhofer Dramapreis nominiert. Sein erster Roman wir sind pioniere wurde mit dem Debütpreis der LitCologne ausgezeichnet. Zuletzt schrieb er für das Berliner Ensemble das Stück Always Carrey On. Kaleb Erdmann lebt und arbeitet in Düsseldorf.


Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2026 tagte unter dem diesjährigen Vorsitz von Dr. Wiebke Porombka (Literaturredakteurin Deutschlandradio) mit den Mitgliedern: Richard Kämmerlings (Literarischer Korrespondent der Welt/Welt am Sonntag), Sandra Kegel (Leiterin des Feuilletons der F.A.Z.), Dr. Daniela Strigl (Literaturkritikerin und Literaturwissenschaftlerin, Österreich), Lucia Werder (Stiftung Bremer Literaturpreis), Stefan Zweifel (Literaturkritiker und Kurator, Schweiz) und Wilhelm Bartsch (Schriftsteller und Träger des Bremer Literaturpreises 2025).

Die Preise werden am 26. Januar 2026 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung, dem 25. Januar 2026, findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger um 18 Uhr im Kleinen Saal der Glocke statt. Im zeitlichen Umfeld der Preisverleihung wird die 50. Literarische Woche Bremen veranstaltet.

Der Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Preise für deutschsprachige Literatur. Er wurde erstmals 1954 vergeben und wurde 1977 durch einen Förderpreis ergänzt. Der Förderpreis wird seit 2025 gestiftet von Deutschlandfunk Kultur.

Website der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung für MEHR INFOs

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