Laura Cwiertnia - Auf der Straße heißen wir anders

Fr, 24. April 2026
19.00 Uhr
Stadtbibliothek Bremen, Wallsaal (Zugang außen über Am Wall), Am Wall 201, 28195 Bremen


Wie das Trauma vererbt wird – Lesung zum Gedenken an den armenischen Völkermord

Der 24. April, das ist der Tag, an dem Armenierinnen und Armenier in aller Welt der Opfer des türkischen Völkermordes von 1915 gedenken. Die Opfer, das sind nicht nur die 1,5 ermordeten Landsleute, das sind auch die Toten der anderen christlichen Gemeinschaften im Osmanischen Reich – und es sind die Überlebenden, die mit ihrer Trauer und ihren Traumata allein geblieben sind. Bis heute, weil die Türkei diesen Genozid nach wie vor leugnet. In einer Mischung aus Lesung und Gespräch stellt Laura Cwiertnia an diesem Genozid-Gedenktag ihren Roman vor. Der Gemeindepfarrer Hratsch Biliciyan gibt eine Einführung in das Thema.

Zum Buch: In Karlas Familie wissen alle, wie es sich anfühlt, nicht dazuzugehören. Karla erlebt es als Kind in Bremen-Nord. Ihr Vater Avi in einer Klosterschule in Jerusalem. Die Großmutter Maryam als Gastarbeiterin in Deutschland. Die Urgroßmutter Armine auf den Straßen von Istanbul. Einfühlsam und mit feinem Humor fächert Laura Cwiertnia die verzweigten Pfade einer armenischen Familie auf, deren Erfahrungen so tiefgreifend sind, dass sie noch Generationen später nachhallen.

Laura Cwiertnia, geboren 1987, wuchs als Kind einer armenisch-deutschen Familie in Bremen-Nord auf. Sie hat in Köln und dem spanischen Granada studiert und arbeitet heute als Redakteurin der Wochenzeitung DIE ZEIT. 2022 erschien ihr Debütroman Auf der Straße heißen wir anders im Klett-Cotta-Verlag. Das Buch wurde mehrfach ausgezeichnet und in verschiedene Sprachen übersetzt, in Kürze erscheint es außerdem als Schulbuch von Reclam. Für ihr literarisches Schaffen wurde Laura Cwiertnia zuletzt das Dieter-von Wellershoff Stipendium der Stadt und des Literaturhauses Köln sowie das Arbeitsstipendium der Landesregierung Nordrhein-Westfalen verliehen.

 


Eintritt frei!

Moderiert wird die Veranstaltung von der literatur-begeisterten Deutsch-Armenierin Tate Reit. 
Für den musikalischen Rahmen sorgt die Bremer Chorwerkstatt unter der Leitung von Max Börner.

Eine Kooperationsveranstaltung von Armenische Gemeinde Bremen, Demokratiezentrum Bremen, Bremer Chorwerkstatt und Stadtbibliothek Bremen.