"Oh die Mondin sandfarben über den / abstürzenden Dünen …“ - Die Dichterin Sarah Kirsch

Do, 11. September 2025
10.00 -11.30 Uhr
Universität Bremen Akademie für Weiterbildung


Sarah Kirsch, 1935 unter dem Namen Ingrid Bernstein im Südharz geboren, ist eine der wichtigsten deutschen Lyrikerinnen der Moderne. Sie lebte in der DDR und hatte auch dort ihre ersten Erfolge als Schriftstellerin. Sie war Diplom-Biologin und war einige Jahre verheiratet mit dem Dichter Rainer Kirsch, mit dem sie gemeinsam am Leipziger Literaturinstitut studierte. Als sie ihren ersten Gedichtband veröffentlichte gab sie sich den jüdischen Vornamen „Sarah“, um ihren Protest gegen die Massenvernichtung der Juden im NS-Staat auszudrücken. Sie fand für ihre Gedichte im Osten wie auch im Westen große Anerkennung, erhielt den Heinrich-Heine-Preis 1973 in der DDR, 1996 den Büchner-Preis der BRD, um nur einige der wichtigsten Auszeichnungen zu nennen.

1976 war sie Mitunterzeichnerin der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Daraufhin wurde sie aus der SED und dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen und siedelte - zunächst über West-Berlin - in die BRD über. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod in ländlichen Orten in Schleswig-Holstein, seit 1983 in einem alten Schulhaus „hinterm Deich“.

Ihr erster Gedichtband Landaufenthalt 1967 befasste sich mit der Thematik, die für ihr gesamtes Werk leitmotivisch wurde: dem Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur. Doch ebenso leitmotivisch zieht sich durch ihr gesamtes lyrisches Werk ein Ton, der den drohenden Untergang mitschwingen lässt und - in Anspielung allgegenwärtiger politischer oder gesellschaftlicher Probleme - Ausdruck von tiefer Depression ist.

 Eine Teilnahme ist in Präsenz oder online möglich!

weitere Termine: 

- 18.09.2025
- 25.09.2025


Dozentin: Ulrike Marie Hille

Kosten: €45
Anmeldung unter: 0421 21861616
oder hier

 

 

Lesungsszene mit Buch und Mikrofon auf Tisch
© Rike Oehlerking