Die Freiheit ist ein Licht, das in der Nacht entbrennt,
im Leidensdunkel hell, das jede Fessel trennt.
Die Stimme des Rechts erhebt sich stark und klar,
wenn Unrecht lastend drückt, wird Wahrheit offenbar.
Der Mensch ist frei geboren, es bindet ihn kein Band,
was fesselt uns den Geist, zum Denken einst gesandt.
Warum habt ihr die Seele unterjocht, es ist doch ihr Sinn.
sich nie zu beugen.
Sie kennt die Demut nicht, nur Freiheit als ihr Recht,
keinen Tausch, kein minderwertiges Geschlecht.
Die Mutter bringt uns frei zur Welt.
Kein Knecht liegt in der Wiege,
kein Zittern ihn befällt.
Die Träne des Bedrängten
vergossen für der Freiheit Schwur,
sein Blut der Freiheit ewig Spur.
Sie ist der Pfad, wenn Willkür ihr den Weg versperrt.
Sie ist der Flügel, wenn der Mensch sich irrt.
So hebt das Banner hoch, das Recht kennt nicht den Feind,
die Freiheit bleibt ein Berg, auch wenn er steil erscheint.
Freiheit wird still geboren,
ohne Krone, ohne Macht.
Sie ist Atem unserer Seelen,
das Licht in tiefer Nacht.
Ohne sie kniet der Mensch im Staub,
sein Wort gefesselt, stumm sein Blick.
Ein Leben ohne Freiheit
ist Demut ohne Glück.
Heute hat sie kein Mutterland.
Sie irrt von Land zu Land,
verloren, ständig auf der Flucht,
ohne Haus, ohne Bestand.
Wann habt ihr Menschen versklavt
die frei zur Welt einst kamen?
Ihre Mütter gaben Leben,
keine Ketten, keine Namen.
Warum seh‘ ich Freiheit trauernd ziehen,
verwaist, ohne Ziel, allein.
Eine Witwe dieser Zeiten
ohne Heimat, ohne Sein.
Farhan Hebbo
2014 dauerte der Krieg in Syrien schon drei Jahre an. Farhan Hebbo wollte weder Täter noch Opfer werden und beschloss, die Flucht anzutreten.
Seitdem lebt er in der Hansestadt Bremen und begann hier zu schreiben, unter anderem eine Kolumne im Weser-Kurier 2016. Zwei Jahre später wurde in Bremen-Huckelriede das Sprachcafé Marie schnackt für Geflüchtete gestartet. Hier las Farhan Hebbo seine Geschichten vor. Seine Geschichten, Gedanken und Gedichte erschienen 2024 unter dem Titel Aus jedem Garten eine Blume beim Kellner-Verlag.
Hier findest du den Text Trotz dieser Welt werde ich den Weg weitergehen, der bei der Schreibwerkstatt Literarischer Kulturaustausch entstanden ist.