Ein geheimnisvoller Malomat auf vier Beinen, Blind-Dates mit Büchern und tierische Stimmen im Hörspielstudio: Zum UNESCO Welttag des Buches wurde die Zentralbibliothek am Wall zum lebendigen Treffpunkt für Literaturinteressierte jeden Alters. Zwischen Piratenschiff, Krimibibliothek und Wall-Saal luden zahlreiche Bremer Kultur- und Bildungsakteur*innen zum Entdecken, Zuhören und Mitmachen ein – und verwandelten nicht nur die Bibliothek, sondern viele weitere Orte in Bremen in kreative Räume voller Literatur und Erzähllust.
Am 23. April 2026 zeigte sich die Zentralbibliothek am Wall von ihrer besonders lebendigen Seite. Zwischen 15 und 19 Uhr verwandelte sich die Aktionsfläche in der zweiten Etage in einen bunten Markt der Möglichkeiten, auf dem gelesen, erzählt, gemalt und diskutiert wurde. An den Ständen verschiedener Bremer Institutionen konnten Besucher*innen kleine Mitmachaktionen ausprobieren, neuen Geschichten begegnen oder einfach mit den Menschen ins Gespräch kommen, die Literatur und kulturelle Bildung in Bremen mit viel Engagement lebendig machen.
Beim Stand des Literaturhaus Bremen gab es neben Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und Projekten auch die Möglichkeit auf ein Blind-Date mit einem Buch: Ein liebevoll verpacktes Buchgeschenk, das nur mit einer kurzen Einordnung des Genres versehen war.
Über Buchhandlungen und Verlage aus Bremen konnten sich Interessierte am Tisch des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Nord informieren. Ganz persönlich wurde es am Stand der Bremer Volkshochschule: Dort präsentierten Teilnehmende aus dem Bereich Grundbildung ihre selbst geschriebenen Texte über Bremer Sehenswürdigkeiten und lasen ihre Erlebnisberichte sogar selbst vor. Eine kleine literarische Weltreise wiederum bot die Mitmach-Weltkarte der Grone-Bildungszentren Bremen. Hier konnten Besucher*innen entdecken, welche Märchen in unterschiedlichen Teilen der Welt erzählt werden.
Ein Malomat mit vier Beinen
Besondere Aufmerksamkeit zog allerdings ein etwas rätselhafter Stand auf sich: der Malomat mit vier Beinen. Das Prinzip war einfach – zwei oder drei Begriffe aufschreiben, den Zettel in den Briefschlitz werfen und kurz warten. Wenig später entstand daraus eine spontane Illustration. Hinter dem kreativen Wesen steckten die Illustrator*innen Corinna Pourian und Martin Odermatt, die während ihrer zweistündigen Aktion kaum eine Pause einlegen konnten - die entstandenen Bilder waren ebenso fantasievoll wie unterschiedlich.
Eselslaute aus der Krimibibliothek?
Tierisch wurde es anschließend in der Krimibibliothek. Der Bremer Schlüssel Verlag verwandelte den Raum kurzerhand in ein professionelles Hörspielstudio. Besucher*innen konnten selbst Teil einer Hörspielaufnahme werden und in die Rollen der Bremer Stadtmusikanten schlüpfen. Auf Basis des Grimm’schen Märchens entstand so innerhalb kürzester Zeit ein charmantes tierisches Hör-Abenteuer – inklusive lautstarker Eselsrufe, das hier direkt angehört werden kann.
Zwischen Piratenschiff und Rakete
Auch die Kleinsten kamen auf ihre Kosten. Im Piratenschiff der Kinderbibliothek präsentierte das Institut français ein zweisprachiges Kamishibai – ein traditionelles japanisches Erzähltheater. Kurz darauf wurde im Wall-Saal weitergelesen und musiziert: Der Bremer Kinderbuchautor Jörg Isermeyer las aus seiner beliebten Reihe Dachs und Rakete und sorgte mit Akkordeonmusik für beste Stimmung bei Kindern und Eltern gleichermaßen.
Den Abschluss des Aktionstags bildete am Abend eine Lesung mit anschließendem Gespräch im Wall-Saal. Die tschechischen Autor*innen Alice Horáčková und Eli Beneš gaben dabei spannende Einblicke in ihre Arbeit und ihre Geschichten. Sämtliche Veranstaltungen in der Zentralbibliothek waren kostenfrei.
Buch-Begegnungen in ganz Bremen
Nicht nur die Zentralbibliothek wurde am Welttag des Buches zum Treffpunkt für Literatur, Bücher und Geschichten: Auch die zahlreichen Angebote anderer Bremer Kulturakteur*innen und Institutionen in der ganzen Stadt stießen auf großes Interesse. Ob Theaterinszenierungen, Shared-Reading-Treffen, musikalische Lesungen, literarischen Spaziergänge, Lesungen in Buchhandlungen sowie offene Bibliotheks- und Verlagsräume. Der Bremer UNESCO Welttag des Buches 2026 zeigte damit einmal mehr, dass Literatur weit mehr sein kann als gedruckte Seiten: Sie kann verbinden, überraschen, zum Mitmachen einladen – und ganze Räume in Orte voller Fantasie verwandeln.