Lesetipp: Tanja Fortman empfiehlt

Maarten Asscher hat ein Problem: Er kann nachts einfach nicht einschlafen. Er hat schon so ziemlich alles probiert, von Milch mit Honig über Baldrian bis hin zu Melatonin. Doch nichts kann seiner Schlaflosigkeit ein Ende bereiten. Bis ihm schließlich sein Bruder einen Tipp gibt. Er empfiehlt Maarten, sich vor dem Einschlafen an den Ort und Zeitpunkt zurückzudenken, an dem er zuletzt gut schlafen konnte. Daraufhin begibt sich Maarten jeden Abend in Gedanken in die Zeit seiner Kindheit zurück und nimmt die Leser mit auf einen Rundgang durch seine Erinnerung an das Haus seiner Großeltern.

Diese Erzählung über Überleben, Widerstand und die Kraft der Familie ist nicht nur historisch bedeutend, sondern auch zutiefst persönlich. Das Buch, ursprünglich auf Niederländisch verfasst und ins Deutsche übersetzt, fesselt den Leser mit seiner tiefsinnigen Erzählung und bietet eine eindringliche Perspektive auf eine vergangene Zeit, die dennoch eine aktuelle Relevanz und Bedeutung für die Gegenwart behält. Das Buch ist jedem zu empfehlen, der sich daran erfreut eine nächtliche Wanderung durch den Gedankenpalast von Maarten Asscher zu unternehmen.

DAS HAUS MEINER KINDHEIT | Maarten Asscher | Übersetzung: Marlene Müller-Haas | ROMAN Luchterhand | München 2023 | 256 S. | € 24,00

Zur Rezension auf blogsatz


Weiterlesen:

KOLLER #4: Polyphonie – Stimmen der Stadt

Der neue Koller ist da! Die Zeitschrift für junge Literatur aus Bremen erscheint in seiner vierten Ausgabe. Unter dem Titel "Polyphonie – Stimmen der Stadt" versammelt er die Stimmen von 32 Autor*innen aus Bremen und der Region. Lies rein!