Liebesbriefe an Bremen

Was macht Bremen besonders? Was zeichnet die Hansestadt an der Weser als Literaturstadt aus? Wir haben Menschen aus dem Literaturbetrieb gefragt, die Bremen bei Besuchen kennengelernt, hier gelebt oder sogar ein Zuhause gefunden haben.

Bücher vorm Kontorshaus
© Rike Oehlerking

„In Bremen ist einfach wahnsinnig viel los: Vom Theater, wo eine ganz andere Atmosphäre als in anderen Städten ist. (…) Und in Bremen ist es so, du kannst einen Theaterabend haben, der aber ein Musikabend ist, der aber ein Diskursabend ist. (…) Bremen ist für mich ein Ort, wo es völlig einleuchtet, dass zum Beispiel der Golden Shop da ist, wo mir die Ausma erzählt: „Naja, wir wollten nicht nur Sachen verkaufen, sondern wir haben dann auch irgendwann angefangen Dinge zu produzieren, nicht nur Bücher, sondern auch Comics und so weiter. Weil: Wenn wir schon einen Laden haben, wollen wir auch, dass es Sachen gibt, die gut genug sind, dass wir sie auch verkaufen wollen.“ Dieses ganze Denken, sozusagen „ich mache mir meine eigene Grundlage für das, was ich mache und die ist integrativer und synthetischer und, ich würde fast sagen, konstruktiver als anderswo“. Das kenne ich (…) nicht aus Berlin, aus Frankfurt oder aus München. Aber es gibt so Städte, die sind gerade groß genug und gerade klein genug. Und Bremen ist davon eine der angenehmsten – für mich.“

(Dietmar Dath im Literaturhaus Podcast, Autor, Berlin)

Kinder hören zu
© Matej Meza

Bremen (...) hat so vieles zu bieten – die vielfältigen Festivals, die reiche Theaterlandschaft, die Bremer Museen, die Konzerte in der Glocke, die Begegnungen mit Künstler*innen in Clubs, Galerien, Ateliers und Kneipen, die Urban Art in der Stadt – bei meinen ersten kurzen Aufenthalten in Bremen konnte ich wunderbare erste Eindrücke gewinnen, die ich gerne vertiefen möchte. Bremen ist eine sehr zum Wohle der darin lebenden Menschen gestaltete Stadt und eine wahre Kulturstadt mit einer äußerst vielfältigen und lebendigen Literaturszene. Das erfreut mein Herz.

(Dr. Andrea Edel, Koordinatorin UNESCO City of Literature Heidelberg)

„Wir haben ein kulturelles Erbe, das viele Menschen nach Bremen zieht. Viele haben Wurzeln im Ausland und fühlen sich hier doch heimisch. Ich glaube, dass Bremen insgesamt dafür steht, dass wir weltoffen sind. Literatur verkörpert und transportiert das und Bremen ist prädestiniert, das zu zeigen. Auch wenn Bremen klein ist, gibt es ein großes literarisches Angebot. Deswegen finde ich toll, dass Bremen sich als City of Literature bewirbt. Man aktiviert hier viele Potenziale.“

(Dr. Hubertus Hess-Grunewald, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Werder Bremen)

Buch vor Rathaus und Dom
© Rike Oehlerking

„Bücher gibt es glücklicherweise in jeder Stadt. In Bremen aber tritt die Literatur auch aus den Büchern heraus. In privaten Lesezirkeln, spontanen Straßenvorträgen, abendlichen Poetry-Slams, öffentlichen Schreibwerkstätten, Lesungen und Festivals wird Literatur in Bremen stadtweit gelebt!“

(Bas Böttcher, Slam Poet, Berlin)

„Bremen ist unbestritten ein Fixpunkt auf einer jeden literarischen Landkarte des deutschsprachigen Raumes. Wann immer ich zu Lesungen dorthin aufbrechen darf, scheint mir auch die Entfernung Bremen-Wien null und nichtig. Bremen, UNESCO City of Literature wäre eine absolut verdiente Auszeichnung - und ganz nach meinem Geschmack.“

(Michael Stavaric, Schriftsteller, Wien)

Bremen ist mein Konversationszaubermittel: Ich kann, egal aus welchem Gesprächthema heraus, auf Bremen lenken. Radfahren, links und rechts der Weser, Brauwesen, Bunker, UNESCO-Weltkulturerbe, Hochparterre, Bürgerpark, "wagen un winnen", Gräfin Emma, der Schlüssel zur Welt, Kolonialdenkmal ... So halte ich meine Bremer Seite frisch. Denn den Wind vermisse ich, wo auch immer ich bin.

(Nikola Richter, Verlegerin, mikrotext Verlag)

Konfetti in Buchseiten
© Rike Oehlerking

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