zusammen denken: #camus4solidarity

Mann liest an Haltestelle
© Lissi Savin

Albert Camus‘ Die Pest (1947) stellt alte Fragen nach Solidarität, die nun von den Student*innen der Universität Bremen im aktuellen Kontext diskutiert werden. Der philosophische Roman befasst sich mit Solidarität in Krisenzeiten – und ist somit hochaktuell. In dem Projekt unter dem Hashtag #camus4solidarity werden alle interessierten Bremer*innen herzlich eingeladen, Camus‘ Werk zu lesen und zu diskutieren.

Wem zwischen dem 02. und 10. März gesellschaftskritische Plakate in Bremen ins Auge fallen, der dürfte sich schon mitten drin befinden in #camus4solidarity. Philosophische und diskussionswürdige Fragen rund um die Themen Solidarität, Widerstand und Freundschaft regen zu einem Perspektivwechsel an. Was ist strittig, was aktuell? Wie können die Romaninhalte in unser heutiges Leben eingeflochten werden? Was bedeutet eigentlich Zusammenhalt?


Den Organisator*innen ist der persönliche Diskurs wichtig. Dafür eignet sich die Aktion Gelegenheiten auf dem Weg. Auf Spaziergängen durch Bremen initiieren die Studierenden Dialoge aus dem Roman und binden die Teilnehmenden aktiv ein. Die Romanfiguren bekommen einen zeitgenössischen Bezug, den jede*r Teilnehmer*in für sich interpretieren kann. Einen interaktiven Bezug stellen außerdem bunte Steine her, die ab dem 02. März in der Stadt ausgelegt werden. Interessierte können selbst Steine bemalen und verteilen, oder gefundene Steine ein Stück mit sich tragen.

Das Projekt findet seinen kulturellen Höhepunkt Ende März in einem corona-konformen Parcours quer durch die Wallanlagen. Die Studierenden werden in diesem Rahmen Performances leisten und Romaninhalte dialogisch mit aktuellen Pandemieerfahrungen verbinden.  Am 16. April können alle Interessierten an einer abschließenden Zoomsitzung teilnehmen. In Vorträgen und Diskussionsrunden werden die verschiedenen Projektelementeaufgearbeitet und besprochen.


Hinter der Projektorganisation stehen die Universität Bremen gemeinsam mit der Albert Camus Gesellschaft und dem Zentrum für Performance Studies der Universität. Entstanden ist #camus4solidarity aus Eine Uni Ein Buch, einem Projekt, das bis zum Jahresende Uniangehörige und andere Bremer*innen zum Lesen von Die Pest einlädt. Über Interessent*innen freuen sich die Organisator*innen auch online; reger Austausch findet bei Instagram oder per Mail statt. Weitere Beiträge rund um den Roman Die Pest finden sich außerdem auf dem Blog oder der Instagram-Seite zu #camus4solidarity.

An Aktualität hat die Thematik von Camus‘ Die Pest sicher nicht verloren. So birgt die Auseinandersetzung mit dem Roman die Chance auf Neuorientierung und Hoffnung in der aktuellen Krise. Die Organisation des Projektes #camus4solidarity ermöglicht echten Kontakt und Austausch – den wir im Moment alle vermissen.

Steine beim Projekt #camus4solidarity
© Svantje Guinebert

Anmeldungen

für das Online-Symposium (Zoom) am 16. April und die dialogischen Spaziergänge: per Mail an eueb2021@uni-bremen.de oder über den Instagram-Account

Text: Nathalie Schrader

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