Bremer Autor*innenstipendium 2021 vergeben

Das Bremer Autor*innenstipendium 2021 geht an Ursel Bäumer und Frauke Schumacher. Die fünfköpfige Jury konnte in diesem Jahr aus insgesamt rund 50 Einsendungen wählen und war von der hohen Qualität aller eingesandten Texte beeindruckt, lobte die Vielfalt, Aktualität und Relevanz der Projekte.

Porträt von Ursel Bäumer
© Melanie Hammer

Letztendlich fiel die Entscheidung für das Projektstipendium zu 5.000,- Euro auf Ursel Bäumer und ihr Romanprojekt Maman: eine Künstlerinnenbiographie, die mit großer erzählerischer Kraft das Leben einer Frau entfaltet, die eingeklemmt zwischen Geschlechterrollen, Pflegepflichten und entzogener Vaterliebe und mit gurgelnden Ängsten im Ohr ihren Weg machen muss. Ursel Bäumer beschäftigt sich im Projekt mit dem Leben der bildenden Künstlerin und Bildhauerin Louise Bourgeois (1911 - 2010). Schon das sehr ansprechende Exposé und der anspruchsvolle Stoff haben die Jurymitglieder sehr beeindruckt; darüber hinaus bot dieses Projekt die mit Abstand reifste literarische Leistung aller eingereichten Bewerbungen.

Ursel Bäumer, geboren in Münster, lebt als freie Autorin in Bremen. Sie studierte und arbeitete als Literatur- und Kulturwissenschaftlerin in Münster, Bielefeld und Bremen. Sie schreibt Kurzprosa, Erzählungen und Romane und arbeitet gern an gemeinsamen Projekten mit bildenden Künstler*innen, Musiker*innen und Wissenschaftler*innen. 2007 erhielt sie ein Aufenthaltsstipendium in Berlin/Rheinsberg, 2013 in der Cité Internationale des Arts Paris, wo sie in den letzten Jahren unter anderem für das aktuelle Buchprojekt Maman recherchierte.

Frauke Schumacher wird für ihr Romanprojekt Wenn im Krieg ein Sperling singt mit dem Nachwuchsstipendium zu 4.000,- Euro (plus Mentoring-Programm) ausgezeichnet. Der Text ist im Britannien des Jahres 634 angesiedelt. Schumacher erzählt darin von Königreichen, Kriegen, Freundschaft und Glauben – alle Zutaten, die man für einen mitreißenden historischen Roman braucht. Doch Schumacher nimmt ihr historisches Setting ernst und orientiert sich dabei u.a. an einem großen Werk – dem altenglischen Heldenepos Beowulf, wobei aus der Sicht von Antihelden und Frauen erzählt wird. Die Jury lobte den klaren und starken Sprachsound, den Mut und das Können der Autorin.

Frauke Schumacher, geboren 1984 in Bremen, studierte Germanistik in Bremen und Olomouc. Sie promovierte und lehrte im Bereich der Literatur des Mittelalters. Aktuell ist sie im International Office einer niedersächsischen Universität tätig und befasst sich dort mit internationalem Austausch und interkulturellen Fragestellungen. Sie lebt in Bremen und arbeitet derzeit an ihrem ersten Roman.

Porträt von Frauke Schumacher
© privat

Zur Förderung des literarischen Nachwuchses sowie professionell arbeitender Autor*innen vergibt der Senator für Kultur jedes Jahr zwei Stipendien an Schriftsteller*innen, die ihren Wohnsitz in Bremen, Bremerhaven oder dem angrenzenden Umland haben. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden 2021 zwei unterschiedliche Stipendien ausgeschrieben, deren Dotierung 2020 im Zuge der Bewerbung Bremens um den UNESCO-Titel City of Literature jeweils verdoppelt worden ist.

Zur Jury 2021 gehörten Dr. Alexandra Tacke (Leiterin des Referats 12 & Referentin für Literatur beim
Senator für Kultur), Prof. Dr. Karen Struve (Universität Bremen & Vorstand Bremer Literaturkontor),
Alexandra Rempe (Geschäftsführerin Buchhandlung Storm), PD Dr. Ian Watson (freier Autor & Vorstand
virt. Literaturhaus) und Helge Hommers (Journalist & Stipendiat 2018).

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Lesetipp: Benjamin Tietjen empfiehlt

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