Am 21. Januar ging der Schulhausroman an der Gesamtschule West weiter. Die Autorin Donka Dimova kam nun schon zum dritten Mal in die Klasse, um mit den Schüler*innen an ihrer Geschichte weiterzuarbeiten. Vorher hatte sich die Klasse schon auf Figuren geeinigt, die sie in ihrer Geschichte haben wollte und die vielleicht auch an Personen orientiert waren, die sie im echten Leben kennen. Ein Bericht unserer Schulpraktikantin Jonna.
Als Hausaufgabe hatten sich die Schüler*innen in Gruppen aufgeteilt und Fragen zu den Figuren beantwortet, um sie besser kennenzulernen. Diese stellen sie nun der Klasse vor. Dabei gibt es viele Diskussionen über das Leben der Figuren, das sich manchmal zu sehr ähnelt, weshalb es zu Verwirrungen kommt. Donka Dimova ruft nochmals in Erinnerung, dass sie die Geschichte realitätsnah gestalten wollen und so werden manche Figuren etwas angepasst. Dann kommt schon die nächste große Frage auf: Wie sollen die Figuren überhaupt heißen? Die Gruppen diskutieren viel und kommen am Ende auf schöne und passende Namen für ihre Figuren. Außerdem ist klar, dass die Familien mehrere Sprachen sprechen sollen und so wird das auch noch geklärt und geguckt, wer in der Klasse diese Sprachen beherrscht, um sie in die Geschichte einzubauen.
Als Nächstes stellt Donka Dimova entscheidende Fragen, die wichtig für die Figuren und den Verlauf der Geschichte sind: Wo seht ihr Spannungen zwischen den Charakteren und welche Figuren könnten aneinandergeraten? Außerdem muss die wichtige Frage geklärt werden: Kennen sich die Figuren alle überhaupt?
Die Schüler*innen sind alle begeistert am Diskutieren. Gehen die Figuren auf dieselbe Schule? Gehen sie vielleicht sogar in dieselbe Klasse? Kennen sich die Figuren am Anfang schon oder lernen sie sich während der Geschichte erst kennen? All das sind Fragen, die zu klären sind. Die Schüler*innen sprudeln nur so vor Ideen und die Tafel wird schnell voll.
Außerdem muss noch geklärt werden, was die Handlungsorte der Geschichte sein werden. Die Klasse hatte am Anfang beschlossen, dass die Geschichte in Bremen spielen soll. Also fragt Donka Dimova die Schüler*innen, wie sie ihre Freizeit verbringen und wo sie sich vorstellen können, wo sich ihre Figuren aufhalten würden. Die Schüler*innen einigen sich unter anderem auf Schule, Park, Industriegebiet, Rangiergleise und die Waterfront. Da das oft Orte draußen sind, muss natürlich besprochen werden, in welcher Jahreszeit die Handlung spielt. Die Schüler*innen sind sich schnell einig, dass es angenehmes Wetter sein muss, sodass man viel und gerne draußen ist.
Für die Handlung ist auch wichtig zu klären: Wo und wann treffen alle Figuren aufeinander? Und vor allem, warum? Auch hier bricht wieder eine hitzige Diskussion los. Für die Kinder in der Geschichte ist es leicht etwas zu finden, doch als Donka Dimova erwähnt, dass ja auch die Eltern eine wichtige Rolle spielen und somit auch dabei sein müssen, wird das Ganze schon kniffliger. Ein Wunsch der Schüler*innen: ein Polizeieinsatz. Bei diesem Szenario wären auch die Eltern dabei. Zur Auswahl stehen aber auch noch ein Schulfest und ein Konzert. Um sich einigen zu können, schreibt Donka Dimova die drei Ideen an die Tafel und jede*r Schüler*in darf einen Strich bei der Idee setzen, die er/sie am besten findet.
Am Ende gewinnt der Polizeieinsatz mit drei Stimmen mehr als das Schulfest. Doch das eine schließt das andere nicht unbedingt aus. Vielleicht passiert bei dem Schulfest ja etwas, das einen Polizeieinsatz auslöst? Wer weiß?
Als Hausaufgabe sollen die Schüler*innen zu der Figur in ein paar Sätzen einen Tagebucheintrag schreiben über eine Erinnerung, die ihre Figur mit dem Ort hatte. Dies könnte auch noch hilfreich für die Geschichte werden.
Wir bleiben gespannt, was mit den Figuren passiert und welche spannende Geschichte wir am Ende lesen können.
Text: Jonna
Was bisher geschah
Wo spielen Geschichten? Als Donka Dimova in der ersten Sitzung des Schulhausromans an der Gesamtschule West in der Klasse 8a diese Frage stellt, fallen den Schüler*innen schnell einige Orte ein: New York, London, Paris… Aber können Geschichten nicht auch in Bremen spielen - sogar in Gröpelingen? Na klar! Dass sich die angehenden Autor*innen hier am besten auskennen, liegt auf der Hand, und darum soll auch der neue Schulhausroman im Bremer Westen spielen. Dafür möchte Donka Dimova auch die Stärken der Klasse nutzen. Schon in der Vorstellungsrunde hat sich nämlich gezeigt: Im Klassenzimmer werden mindestens 16 Sprachen gesprochen, viele davon auf muttersprachlichem Niveau. Warum sollten nicht auch die Figuren in einer Geschichte verschiedene Sprachen sprechen?
Im ersten Workshop geht es nach der Vorstellungsrunde in eine kleine Texteinheit - die Schüler*innen sind aufgefordert, sich an Menschen aus ihrem Umfeld zu erinnern, und darüber einige Zeilen zu verfassen. Ein Gedicht? Ja, aber zum Glück muss sich das ja nicht immer reimen! Oft braucht es nur die richtigen Fragen und Anstöße, damit die Jugendlichen ins Schreiben kommen. Im zweiten Workshop schließlich geht der Fokus über auf die Figuren. Nah am Umfeld der Kids sollen die gestaltet sein. Welche Charaktere brauchen die Schüler*innen für ihre Geschichte? Natürlich wollten alle mitbestimmen, aber durch eine Abstimmung können die Autor*innen sich schließlich auf eine Auswahl von fünf Figuren einigen und in Kleingruppen an der Ausgestaltung arbeiten.
Text: Annika Depping