Am 21. Februar feiert die UNESCO den Internationalen Tag der Muttersprache. Der Poet Jan Kleefstra sendet mit seinem Gedicht einen Gruß auf Friesisch aus der UNESCO City of Literature Leeuwarden.
Viel- und Mehrsprachigkeit sind sowohl in Bremen, als auch in Leeuwarden wichtige Bausteine der Identität. Während in Bremen insbesondere am International Mother Language Day die Bedeutung des Niederdeutschen sowie vieler weiterer Fremdsprachen, die in Bremen durch den kontinuierlichen Zuzug gesprochen werden, thematisiert wird, ist in Leeuwarden vor allem Friesisch sehr präsent. Um die Bedeutung dieser Sprachen zu verdeutlichen, haben die Cities of Literature Bremen und Leeuwarden kooperiert und das ursprünglich niederdeutsche Gedicht von Christine Glenewinkel unter anderem ins Friesische und das ursprünglich friesische Gedicht von Jan Kleefstra ins Niederdeutsche übersetzt. Deutlich wird: Poesie kann viel- und mehrsprachig!
Jan Kleefstra
Mei in protte stimmen bûnen we fragminten
as stof oan in fierstente lytse wrâld
dy’t yn it wetter foel en
eilân waard
wêrtroch it ferweget witte we net
idele hoop miskien
ik bin it sels dy’t de kastanjes
út de beammen slacht
ljocht oer it lân wriuwt
út sêfte wyn wrede ferhalen fisket
poem: untitled
first published: 2021 (online)
(in collaboration with Belgian artist Christophe Ywaska for the project Teleferick)
Zum Nachlesen:
With many voices we bound fragments
like dust to a much too tiny world
that dropped into the water and
became an island
what makes it move we do not know
vain hope perhaps
it is I myself who
beats the chestnuts from the trees
rubs light across the land
fishes from soft winds cruel tales
Translation: David McKay
Mit veel Stimmen bunnen wi Fragmenten
as Stoff an en veel to lütte Welt
de in dat Water full un
en Eiland woor
dörch wat sik dat beweegt, weet wi nich
unnütte Höpen villicht
ik bün dat sülven, de de Kastangeln
ut de Bööm sleit
Licht över dat Land rifft
ut sachten Wind grusige Vertellens fischt
Translation: Länderzentrum für Niederdeutsch